Newsletter Juni

DIE DREI Themenheft Meditationswege – 7. Herbstakademie Frankfurt – Anthroposophische Meditation und Meditationsforschung – Meditation zwischen Wissenschaft und Spiritualität —        

»Ich bilde den Ort, an dem ich sein kann und (vorübergehend) auch bin, und lasse mich dort überraschen. Ich brauche diesen Ort (immer mehr). Ich kann gar nicht mehr verstehen, wie ich so lange ohne ihn auskam. Dabei geht es mir weniger um inhaltliche Ergebnisse oder außergewöhnlichen Erlebnisse, als um mein (inneres) Überleben, meine seelisch-geistige Existenz. Ich sehe jetzt, dass in meiner Vergangenheit aus diesem Bereich die Kraft entsprungen ist, in kritischen Lebenssituationen Angst und Zweifel zu überwinden und bedrohliche existentielle Entscheidungen zu treffen.« 
Mit diesen Worten von Rudy Vandercruysse kündigt die Monatszeitschrift DIE DREI ihr Themenheft „Meditationswege – anthroposophische Zugänge“ an. 17 Autoren geben preis, was sie hinsichtlich des Themas Meditation bewegt, woran sie arbeiten und forschen, welche Veränderungen sie durch ihre meditative Praxis erleben, wie es ihnen in einem langen Leben mit der Meditation ergangen ist – und vieles mehr. Weniger Anleitung als Anregung, mehr inneres Beobachten als fertiges Ergebnis – entstanden ist eine sehr individuelle und ganz konkrete Bestandsaufnahme anthroposophischer Meditationspraxis, die vielleicht über den Tag hinaus zum Referenzpunkt wird. 
Das Editorial können Sie schon einmal hier lesen, und das Inhaltsverzeichnis finden Sie hier.
Das Themenheft 7-8/2012 erscheint noch im Juni und kann für 10 Euro bei 162 Seiten hier bestellt werden. 

Nach den letzten Newslettern des Instituts für anthroposophische Meditation,  in denen es immer wieder um die Beziehung zwischen Denken und Meditation ging, ist es vielleicht für den ein oder anderen interessant, einen Blick in das Programm der 7. Herbstakademie in Oberursel bei Frankfurt zu werfen. Die Herbstakademie widmet sich dieses Jahr dem Thema „Aufklärung, lebendiges Denken und Spiritualität“ und wird vom 19. bis 21. Oktober in Oberursel bei Frankfurt stattfinden. Aus verschiedenen Perspektiven geht es dort ums lebendige Denken: in der bereits etablierten Konstellation zwischen der anthroposophischen Zeitschrift Info 3, die eine ganze Reihe ihrer Autoren mitbringt, der Integralen Akademie DIA und EnlightenNext, mit weiteren Gästen, und mit den TeilnehmerInnen, die wie in den vergangenen Jahren in Evolutions-Cafes Gelegenheit haben, das Thema zu realisieren. In der Ankündigung heißt es: „Auf der diesjährigen Herbstakademie soll in vielfältigen Impulsbeiträgen und Dialogforen untersucht werden, welcher Zugang zu Verbundenheit und All-Einheit im Denken verborgen liegt und ob hier eine bisher übersehene Quelle spiritueller Erfahrung freigelegt werden kann.“

Die im März-Newsletter wiedergegebene Anregung des Gießener Meditationsforschers Ulrich Ott hinsichtlich einer systematischen Darstellung der anthroposophischen Meditation hat Anna-Katharina Dehmelt gemeinsam mit Johannes Wagemann und Markus Buchmann aufgegriffen. Die drei bereiten für den Herbst 2012 gemeinsam mit Ulrich Ott ein Kolloquium vor, in dem eine solche Darstellung erarbeitet werden soll. Derzeit werden noch Sponsoren für die Reisekosten von ca. 15 Menschen gesucht. Vielleicht haben Sie Möglichkeiten oder eine Idee?

Das Kolloquium soll mit dazu beitragen, dass die Veranstaltungen, auf die die drei folgenden Funde im Internet hinweisen und die sich unter der Überschrift „Meditation zwischen Wissenschaft und Spiritualität“ zusammenfassen lassen, zukünftig die anthroposophische Meditation stärker mit einbeziehen können.

An der Universität Freiburg gibt es seit Mai 2012 einen viersemestrigen berufsbegleitenden Studiengang „Spiritualität und Interkulturalität“. Der Studiengang wurde initiiert von der West-östliche Weisheit Willigis Jäger Stiftung, wird geleitet von dem katholischen Theologen Bernhard Uhde und vermittelt im Modulhandbuch des Studiums eine ausgeprägt religionswissenschaftliche Orientierung. Nach einer Einführung in die Weltreligionen wird im Modul 4 „Gegenwartsbewegung von Spiritualität“ „vor allem dem Eindruck nachgegangen, dass die Frage der Theodizee wesentlich zur Erschütterung des theistischen Gottesbildes, zur Konzeption von religiösen Alleinheitsvorstellungen, aber auch zum Aufkommen eines verbreiteten Agnostizismus beigetragen hat.“ Im Unterpunkt 3 werden dann unter der Überschrift „Faszination All-Einheit Ken Wilber, Rudolf Steiner, Willigis Jäger u.a.“ behandelt. Weiterhin geht es sehr ausführlich und recht kritisch um „Logiken der Freiheit und der Ich-Losigkeit“, um „Hirnforschung und Spiritualität“ und um die gesellschaftliche und alltägliche Bedeutung der verschiedenen spirituellen Richtungen. An zwei Praxiswochenenden sollen die theoretischen Erkenntnisse mit der Spiritualitätspraxis der Studierenden verbunden werden.
Nächster Studienbeginn ist der 1. Mai 2013.

Die renommierten Paracelsus-Heilpraktikerschulen bieten nun auch eine Ausbildung zum Meditationslehrer an. In Basis- und drei Aufbaukursen vor allem in Ulm, Augsburg und Rosenheim werden verschiedene Meditationsansätze vorgestellt und/oder geübt. Die Ausbildung richtet sich in erster Linie an Menschen aus Gesundheits-Berufen; im Vordergrund stehen demgemäß die gesundheitsfördernden Wirkungen verschiedener Meditationstechniken, während der spirituelle Hintergrund wohl nur gestreift wird.

Ebenfalls vor allem um die praktische Bedeutung von Meditation geht es auf dem zweiten interdisziplinären Kongress zur Meditations- und Bewussteinsforschung am 16. und 17. November 2012 in Berlin. Unter dem Thema „Neue Bewussteinskultur in einer aus den Fugen geratenen Welt“ wird von der Bedeutung von Meditation im Bildungswesen und in der Arbeitswelt berichtet. Es gibt aber auch Beiträge zu den spirituellen Hintergründen von Meditation, zu unerwünschten Nebenwirkungen und zur Lehrer-Schüler-Beziehung. Mitwirkende sind u.a. Gerald Hüther, Vera Kaltwasser, Fritz von Allmen und Ulrich Ott.

Falls Sie hinfahren: wir freuen uns über einen Bericht!

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